Achtung Greisverkehr -Tod dem Seniorenteller

Mit der geistigen Reife eines alten Bordeaux und mit satirischer Boshaftigkeit zelebrieren Volkmar Staub und Diebold Maurer die Wonnen des Unruhestands.

Im Wissen, dass es nicht so darauf ankommt wie alt man wird, sondern wie man alt wird, fragen sie sich selbstironisch: Wie wird man fit und gesund 100 Jahre alt? Was macht man, wenn man zu einem Vortrag über Demenz will, hat aber den Termin vergessen? Wieviele Kürbiskerne muss man essen, um weniger müssen zu müssen? Wie findet jeder für sich die geeignetste Faltenbegegnungsstätte?"

Maurer und Staub erzählen in diesem Programm auch die Geschichte und den "Soundtrack" ihrer Generation, ihre persönlichen "Schlachten" zwischen Frauen- und Alternativbewegung. Und nebenbei bieten die beiden "Best-Ager" immer wieder hochaktuelles politisches Kabarett.

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Selbstironie ist eine seltene Tugend im Kabarett – umso schöner, wenn zwei lokale Urgesteine wie Volkmar Staub und Diebold Maurer ihr neues Programm "Achtung Greisverkehr – Tod dem Seniorenteller" nennen und dabei das eigene Altern auf die Schippe nehmen...

Junge Besen kehren gut, aber alte wissen wo der Dreck ist", in diesem Sinne plaudern und frotzeln die beiden langjährigen Freunde gutgelaunt bei einer Flasche Rotwein am Stehtisch, tauschen sich aus über aktuelle Befindlichkeiten und gemeinsame Erinnerungen....

Wenn Staub alias Mephisto dem klapprigen Faust einen Last- Minute- Wellness-Pakt andreht, der diesem drei Jahre voller Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll beschert; wenn die beiden über ihren Fremdkörperanteil fachsimpeln (Prima, dass man mit der Netzhaut aus Südamerika so gut sieht. Doof, dass eine Indianerleber keinen Alkohol verträgt, ganz anders da die russische Milz) oder ihr Wunsch-Altersheim als Best-Ager-Campus mit gut gefüllter Bar und Live-Bands visionieren – dann hat man richtig Spaß mit diesen eigenwilligen Herren.

Marion Klötzer in der Badische Zeitung , 13. Oktober 2015

 

 

...Gelegentlich stimmen die Herren zweistimmige Gesänge an und plündern dabei die Tonkunst von Schubert über Biermann bis zu Udo Jürgens. Gut versteckt mitten im Programm ohne Trommelwirbel oder Lightshow eine grandiose Nummer - wert, in die Ehrenhalle des deutschen Kabaretts aufgenommen zu werden: Ein mit dem klassischen Faustmonolog-Einstieg "Habe nun, ach, ..." eingeleitetes Zwiegespräch zwischen Faust und Mephisto, das in jeder Zeile bewies, wie perfekt die Beiden ihren Goethe verinnerlicht haben.

Mannheimer Morgen , Oktober 2015

 

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Foto Diebold Maurer und Volkmar Staub

Fotograf: Frank Rapp, Emmendingen

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